Der PC als primäre Spieleplattform stirbt aus. Ein havariertes Segelschiff, das sich nur noch durch das beharrliche, doch abnehmende Pusten seiner ewig gestrigen Matrosen einen Rest Fahrtwind behalten hat, wird in absehbarer Zeit in den Untiefen des Plattform-Meeres versunken sein. Es ist eine Entwicklung, die sämtliche darwinistischen Thesen ad absurdum führt, schließlich ist der PC doch seit jeher die hardwareseitig potenteste Spieleplattform und müsste aufgrund dessen alle Kontrahenten mühelos ausstechen können. Der Spielemarkt jedoch hat spätestens mit der Einführung der letzten Konsolengeneration an Vergleichbarkeit zu den Grundlagen allen biologischen Lebens massiv eingebüßt, denn die Höher-Schneller-Weiter-Mentalität früherer Tage spielt in Sachen Hardware heute eine weitaus untergeordnetere Rolle.
Die Gründe für den Relevanzabfall des PCs sind so vielseitig wie seine verbauten Hardwarekomponenten und installierten Betriebssysteme. Die Möglichkeit zur ständigen Mutation, um doch noch einmal bei der Biologie zu bleiben, also das ständige Anpassen an die technischen Bedürfnisse, ist eigentlich das signifikante Alleinstellungsmerkmal des PCs, doch seine größte Stärke ist aus Entwickler- und Publishersicht eine nur schwer kalkulierbare Größe. Die enorme Fragmentierung der vorhandenen Systeme von PC-Spielern stellt die Entwickler vor die gewaltige Aufgabe, ein Spiel auf möglichst vielen Rechnerkonfigurationen problemlos zum Laufen zu bringen und dabei gleichzeitig die Grafikhurerei vieler Spieler und Magazine zu befriedigen. Interesse an einem Videospiel entsteht in der Regel eben doch ähnlich wie bei der Wahl eines Partners – ohne ein hübsches Äußeres schaut man gar nicht erst genauer hin. Problematisch ist dies vor allem, wenn ein technisch anspruchsvolles Spiel, also eine wirkliche “Schönheit” wie seinerzeit Crysis oder The Elder Scrolls IV: Oblivion, nur auf einem Bruchteil der heimischen Rechner auch wirklich lauffähig ist. Das sorgt dann nicht nur auf Seiten der Spieler für Frust, sondern ebenso für einen geringeren Absatz, egal wie großartig der Titel auch sein mag. Wer hingegen eine Konsole hat, der kann sich beim Kauf seines Spieles in aller Regel sicher sein, dass sein Spiel auch anständig läuft. Jede XBOX hat den selben Inhalt, die Spieleengine kann exakt darauf angepasst werden, traumhafte Bedingungen also für Entwickler und Endkunden, möchte man meinen.
Doch die Abkehr vom PC als Leitentwicklungsplattform für Videospiele hat nicht nur Bequemlichkeit als Ursache, sondern steht vor allem im Schatten eines Prozesses, der die Konsolen von nerdigen Kinderspielzeugen zu salonfähigen Multimediamaschinen evolvieren ließ. Eine Playstation 3 ist nicht mehr nur eine potente Spieleplattform, die technisch aufwendige Titel auf den FullHD-Fernseher zaubert, sie bietet zudem auch viele Vorzüge, die einst dem PC vorbehalten waren, wie etwa das Abspielen von Filmen und Musik, umfangreiche Internet-Funktionen und bisweilen sogar das Modifizieren von Spieldateien. Während man für einen gut ausgestatteten PC ganz gerne einen vierstelligen Betrag hinblättern darf, bekommt man zudem eine aktuelle Konsole günstiger als eine leistungsfähige Grafikkarte. Nicht zu vergessen, dass sich auch das Design der Konsolen deutlich “erwachsener” zeigt und optisch nun nicht mehr ganz so spröde daherkommt, wie die alten Brotkästen von Nintendo und Sega.
Die Hardware ist allerdings schon immer nur die halbe Wahrheit gewesen, wenn überhaupt. Wer sich für eine Plattform entscheidet, der tut dies hauptsächlich immer noch aufgrund der gebotenen Inhalte, was insbesondere Apple mit dem Erfolg seiner iOS-Geräte beweist. Generell verwischen zunehmend die Grenzen zwischen reinen Spieleplattformen und kleinen Alleskönnern, mit der Folge, dass insbesondere der portable Plattformmarkt eigentlich keinen wirklichen Platz mehr für reine Handheld-Konsolen hat, wie der gefloppte Nintendo 3DS oder auch das rapide sinkende Interesse an Sonys Playstation Vita zeigen. Wenn man zwischen 5-10 Launchtiteln für 40€ und mehreren hundert Gratisspielen für Android und iOS wählen kann, dann reicht den meisten für unterwegs längst ihr Smartphone, welches softwareseitig kaum noch Wünsche offenlässt und sogar die Menschen zu dem einen oder anderen Spielchen hinreißt, denen Videospiele eigentlich stets fremd waren. Sicher, hierbei handelt es sich dann eher nicht um wirklich hochkarätige Titel und sie sind eher was für die acht Minuten Busfahrt in die Stadt, doch auch im Wohnzimmer haben sich im Laufe der vergangenen Jahre zahlreiche leicht zugängliche und unkomplizierte Titel ihren Weg gebahnt, die aus Desinteressierten plötzlich leidenschaftliche virtuelle Bowler oder Rennfahrer machten. Ist es dem PC über all die Jahre hinweg eigentlich nie wirklich gelungen neue Märkte zu erschließen, haben die Konsolenentwickler durch Bewegungssteuerungen, 3D-Unterstützung und Touchscreens zwar stückmäßig bisher nicht mehr Einheiten verkauft, als es bei früheren Konsolen der Fall war (Smartphones nicht mitgerechnet, da diese keine reine Spieleplattform bilden), sie haben jedoch das Thema Videospiele selbst dort gesellschaftsfähig gemacht, wo vorher lediglich ein leichtes Stirnrunzeln hervorgerufen wurde. Dass die neuen Eingabegeräte und der Smartphone-Boom hierbei bisher hauptsächlich für wirklich simple und für den “Core-Gamer” eher uninteressante Titel verschwendet wurden, ist ein ganz natürlicher Prozess. Die Software muss sich erst an die neuen Möglichkeiten anpassen, bis sie komplexer werden kann. Schließlich fingen konventionelle Videospiele auch mal mit Pong und nicht bei Skyrim an.
Allgemein hatte der PC zwar seit jeher ein reichhaltiges Angebot an Spielen und Eingabegeräten, doch bis man zum Kern, nämlich dem Spielen selbst vorgedrungen ist, da vergeht im Vergleich zur Konsolensoftware noch heute viel zu viel Zeit. Da wollen Spiel und Treiber installiert, Eingabegeräte ausgewählt und konfiguriert und Grafikeinstellungen festgelegt – kurz: jedes Detail den eigenen Voraussetzungen und Vorlieben angepasst werden. Es muss sich also jeder selbst die Frage stellen, ob er ein Maximum an Individualität und Konfigurierbarkeit möchte oder ob es ihm ausreicht, einfach ein Spiel mit den dafür vorgesehenen Möglichkeiten zu spielen. Bemerkenswert ist es auf jeden Fall, dass selbst die ursprüngliche PC-Bastion des Egoshootergenres mittlerweile bei den Verkaufszahlen von Multiplattformtiteln ganz klar das Gamepad der Maus und Tastatur vorzieht, wie sich beispielsweise an den Absatzzahlen von Modern Warfare 3 zeigt. Gerade einmal eine halbe Million Exemplare von den über 12 Millionen verkauften Einheiten der ersten Woche fielen hierbei laut vgchartz.com auf die PC-Version zurück. Man möchte angesichts dieser Verhältnisse eigentlich gar nicht mehr erwähnen, dass die halbe Million tatsächlich auch noch die Wii-Verkäufe enthält.
Wie schon auf der Entwicklerseite steht jedoch auch beim Endkunden oft nicht allein die Bequemlichkeit als alleiniger Entscheidungsgrund pro Konsole und kontra PC im Vordergrund, da mehrere unterschiedliche Aspekte den PC vergleichsweise unattraktiv für die breite Masse erscheinen lassen. Dazu zählt auch das Thema Raubkopien, auf das ich zwar gerne aufgrund seiner Ausgelutscht- und Durchgekautheit verzichten würde, es jedoch in diesem Zusammenhang nicht einfach totschweigen kann. Schließlich war es gerade der vergleichsweise einfache Zugang zu illegaler Spielesoftware, der für viele den PC zur primären Plattform für Videospiele machte und den höheren Kostenpunkt der Hardware wieder relativieren konnte. Natürlich ist anzunehmen, dass die Industrie dadurch beträchtliche Umsatzeinbußen hinnehmen musste, auch wenn es recht albern ist zu behaupten, jede illegale Kopie sei mit einem direkten Verlust gleichzusetzen. Klar, dass unter diesen Umständen Möglichkeiten gefunden werden mussten, die das unrechtmäßige Kopieren von Spielen verhindern oder zumindest immens erschweren sollten. Die Gegenmaßnahmen gingen nun von abstrusen Kopierschutzmaßnahmen, die häufiger den rechtmäßigen Käufer statt den Softwarepiraten am Spielen hinderten, über Accountbindungen, die einen Wiederverkauf des Spieles und das Offline-Spielen unmöglich machten, bis hin zu reinen Konsolenveröffentlichungen von Titeln, die eigentlich auch auf dem PC ihr Publikum gefunden hätten. Zudem werden selbst optisch beeindruckende Spiele wie Crysis 2 oder Assasin’s Creed: Brotherhood nicht mehr, wie noch vor wenigen Jahren üblich, von der PC-Version an die Konsolen angepasst, dieser Vorgang hat sich ins Gegenteil verkehrt, so dass PC-Spieler bisweilen erst mehrere Monate später in den Genuss von einigen namhaften Titeln kommen, die dann auch noch grafisch kaum besser und von der Steuerung simplifiziert daherkommen.
Derlei Maßnahmen zeigen in aller Deutlichkeit, dass der PC seinen einstigen Stellenwert verloren hat. Schuld daran sind sicherlich zum Teil die Spieler selbst, die selten bis gar nicht bereit dazu waren, für Spiele zu zahlen. Auf der anderen Seite aber eben auch Entwickler und Publisher, die es zum einen verpasst haben, spannende Neuerungen für den PC zu präsentieren und zum anderen den zahlenden Kunden mit unzumutbaren Kopierschutzmechnismen und Eingriffen in die Privatspäre (man denke an das Origin-Desaster) vergrätzten. Aktuell gibt es nicht mehr viel, was noch für den PC spricht, es sei denn man mag Starcraft, Berufssimulationsspiele oder MMORPGs. Eine an sich gute Idee wie Steam hingegen krankt nach wie vor am Misstrauen vieler potentieller Kunden, denen die Verwaltung ihres kompletten Spielekatalogs einem einzelnen Anbieter zu überlassen zuwider ist. Zu groß scheint die Gefahr, es könnte eines Tages alles verschwunden sein. Einzig die Entwicklung von Good Old Games ist für mich aus PC-Spielersicht noch spannend. Ob die Rückbesinnung auf völlig kopierschutzfreie und zwanglos nutzbare Spielesoftware, die ja eigentlich ein wesentlicher Grund für den Niedergang des PCs sein soll, auch dauerhafte Wachstumschancen insbesondere auch im Hinblick auf aktuelle Titel hat, muss sich erst noch zeigen. Schön wäre es jedenfalls, wenn der PC-Spieler auch von Industrieseite endlich das lähmende Stigma des meuternden Piraten ablegen könnte. Schließlich hat der wie eingangs erwähnt schon genug damit zu tun, Wind in die Segel des einstigen Videospielflaggschiffs zu blasen.
Wer weiß, vielleicht wird man in wenigen Jahren schon müde über diesen Artikel lächeln können. Es besteht zumindest die Möglichkeit, dass sich der Markt komplett weg vom käuflichen Produkt und hin zu Streaming-Diensten entwickelt, wie es bereits bei Musik und Film üblich ist. Mit OnLive steht längst der erste Anbieter in den Startlöchern, wobei die angebotenen Tarife und die Streaming-Technologie sicherlich noch verbesserungswürdig sind. Sollten derlei Kinderkrankheiten in absehbarer Zukunft geheilt werden können, dann dürften auch die Konsolenhersteller um ihren Status fürchten. Die Versprechungen, die OnLive macht, lassen jedenfalls aufhorchen: hardwareunabhängiges, flüssiges Spielen, ob am Fernseher oder PC oder was auch immer sonst noch einen HDMI-Anschluss besitzt, eine umfangreiche Spielebibliothek, auf die man je nach Abonnement frei zugreifen kann und dank keiner lokal gespeicherten und modifizierbaren Daten dürften potentiellen Cheatern erstmal die Hände gebunden sein. Wie schon bei Steam oder Origin wird die Zahl der Skeptiker zunächst überwiegen. Aber das ist eben die Bürde, die neue Technologien auf ihrem Weg zum neuen Standard erst einmal zu tragen haben. Doch so wie Musikliebhaber sich irgendwann mit dem Verlust ihrer gewohnten Tonträger angefreundet haben oder Fotografen ihre Zweifel Richtung digitaler Fotografie ablegten, so werden vermutlich auch wir Spieler darüber hinwegkommen, dass unsere liebgewonnene Spieleplattform, sei es nun der PC oder eine Konsole, durch modernere Technologien abgelöst werden. Statt sich dann in Foren darüber zu streiten, ob nun eine “Shitbox” oder die “Gaystation” die geilere Spielemaschine sei und Nvidia oder ATI jetzt mehr FPS auf den Bildschirm zaubert, können wir uns hoffentlich endlich einmal ausschließlich über die Dinge auslassen, um die es doch eigentlich gehen sollte und deretwegen wir all diesen Aufwand mit der Hardware überhaupt erst all die Jahre betrieben haben. Und nein, ich meine nicht 3D-Pornos, du Schuft!







- 99leben.de
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Der Aufhänger für den Artikel ist leider sehr schief, denn: “What Darwin meant was “better adapted for immediate, local environment” by differential preservation of organisms that are better adapted to live in changing environments” und nicht “the common inference of “in the best physical shape”" http://en.wikipedia.org/wiki/Survival_of_the_fittest
Das hängt von der Perspektive ab, ich habe daran gedacht, dass der PC theoretisch die anpassungsfähigste Plattform ist. Keine Konsole ist so vielseitig und kann so leicht verändert werden. Anpassungsfähigkeit ist aber eben noch noch nicht Anpassung, hier zeigt sich die Schwierigkeit des Transfers: Was ist die Umwelt des PCs? Wie misst man seinen Überlebenserfolg? – Einfach an Verkaufszahlen?!
In der Natur haben die Arten, die häufig mutieren und sich in kurzen Intervallen Fortpflanzen einen enormen Vorteil. Beim Gaming verkehrt sich das Prinzip ins Gegenteil indem einfach alle 6-7 Jahre eine neue Welle an mutationsfeindlichen Dinosauriern das Licht der Welt erblickt.
Für mich gilt: Kein PC, keine Spiele.
Ich habe es mit der PS2 versucht, mit Wii, mit DS, mit PS3. Und immer wieder stelle ich fest: Das ist nicht meine Welt. Ich kann mit einem Gamepad einfach nicht präzise steuern. Und da es beim PC die perfekte Steuerungsmöglichkeit gibt, will ich das mit dem Gamepad eigentlich auch gar nicht lernen.
Das Raubkopierer-Argument ist grober unfug. Mindestens mal auf der XBox gibt es auch die Raubkopiermöglichkeit. XBox müsste also auch sterben.
Eher ist diese ganze DRM-Scheiße ein Problem. Ich persönlich habe mittlerweile auch keine Lust mehr, PC-Spiele zu kaufen. Das mach ich nur noch bei absolut DRM-freien Titeln. Alles andere kann mir mal im Dunkeln begegnen. Oder am Arsch lecken. Oder sich ins Knie ficken.
Diese ganzen dicken DRM-Publisher können von mir aus mit Pauken, Trompeten und wehenden Fahnen unter- und pleitegehen. Dreckspack!
Da ich aber mit meinem alter eh zu keiner relevanten Zielgruppe gehöre, interessiert das eh keinen dieser Publisher.
Letztendlich habe ich mittlerweile aber auch so schrecklich viele Spiele angehäuft, dass ich ohne Probleme zweimal meine noch verbliebene Lebenszeit verspielen kann, ohne auch nur einen Cent für Neuware ausgeben zu müssen.
Inzwischen sind eigentlich alle aktuellen Konsolen geknackt soweit ich weiß. Bei Konsolen dauert es aber meistens erst mal eine Weile und dann muss man auf die Garantie verzichten, aufwändig rumbasteln und hat mit jeder neuen Firmware Probleme.
Vor dem Hintergrund sehe ich den PC auch als Plattform auf der die Piraterie am einfachsten ist.
Aber du hast schon Recht, Raubkopien gibt es auch bei Konsolen, teilweise in wirklich krassen Ausmaßen, man denke beispielsweise an den Nintendo DS…
Das ganze DRM-Zeug hat ja seinen Ursprung im Kopiersumpf. Spätestens mit der Einführung von DSL und Flatrates ist der Erwerb von gecrackter Software ein Kinderspiel geworden. Zwar ist es vollkommen richtig, dass Raubkopien seit der Einführung des Disk-Formats auch auf Konsolen laufen, aber wie Jan (earlmobileh) ja schon erwähnte, sind die Opportunitätskosten ungleich höher. Ne XBOX will halt erstmal geflashed werden, die Garantie verfällt und jedes neue Firmwareupdate macht in der Regel alles wieder zunichte (zuletzt ja mit der Umstellung des Disk-Formats bei der XBOX). Es gibt ja auch noch subtilere Maßnahmen gegen das illegale Kopieren, wie DLC, starke Fokussierung auf den Multiplayerpart oder auch immer ausgefallenere limitierte Editionen, die einen Mehrwert zum reinen digitalen Produkt liefern können. Wenn man sich noch mal die Musikindustrie als mahnendes Beispiel vornimmt, dann kann man auch eindeutig erkennen, dass der digitale Verkauf von Liedern und Alben erst durch den weitestgehenden Wegfall von DRM und den mittlerweile eigentlich recht fairen Preisen im Vergleich zu physischen Tonträgern so richtig in Fahrt gekommen ist. Es ist halt bedauerlich, dass die Gamesindustrie praktisch die bekannten Fehler anderer Brachen zu wiederholen scheint.
Hmmm. Ich habe einen völlig anderen Eindruck.
Nein, der PC ist nicht mehr die “Grafikbastion”, mir ist das aber auch sehr egal. Die Spiele, die ich auf dem PC spiele, brauchen keine mächtige Hardware, sondern eine offene Plattform, auf der ich merkwürdiges Zeug aus dem Internet installieren kann. Sei es via Steam, als Direktdownload oder sonstiges. Und das bietet mir eine Playstation nicht (und das ist okay).
Mit Treibern, hohen Hardwarepreisen und Decision Fatigue ob der Masse an möglicher Individualisierung hatte ich eigentlich seit Jahren nichts mehr zu tun. Falls es aber hilft, RPS hat seit neuestem einen schönen Hardware Guide, der erklärt, warum es sehr einfach ist, sich für PC-Komponenten zu entscheiden:
http://www.rockpapershotgun.com/2012/01/20/which-cpu-to-buy/
Und bei PC Gamer gibt es eine immer aktualisierte Liste von okayen, preiswerten PC-Komponenten:
http://www.pcgamer.com/2012/01/07/new-year-new-rig/
OnLive und Gaikai finde ich aber ebenfalls sehr, sehr spannend.
Trotzdem: PC = nicht mehr relevant? Nö. Seh ich nicht so.
Klar bietet der PC insbesondere für Bastler und Entdecker von Dingen abseits des Mainstreams noch immer jede Menge. Insbesondere bei den ganzen Indie-Games-Bundles der letzten Monate gab es für wirklich wenig Geld viele Kleinode zu entdecken. Fakt ist aber auch, dass das Potential des PCs nur noch selten wirklich genutzt wird, da durch den höheren Umsatz von Spielen auf dem Konsolenmarkt diese eben dafür optimiert werden. Dass ein von seiner Komplexität und seinem Aufbau eigentlich klassischer PC-Titel wie Dark Souls gar nicht erst für den heimischen Rechner erschienen ist, ist zumindest ein Indiz dafür, dass der PC aus marktwirtschaftlicher Sicht zu einer vernachlässigbaren Größe für viele Studios geworden ist. Selbst Indie-Games wie Limbo werden mittlerweile zuerst auf der Konsole veröffentlicht, obwohl der PC-Markt durch die enorme Verbreitung eigentlich die logischere Wahl sein müsste. Man darf halt nicht vergessen, dass die eigene Bedeutung und die persönliche Einstellung zu einem Thema nicht zwingend den tatsächlichen Verhältnissen entspricht. Es gibt auch noch genügend Leute, für die NeoGeo und die Dreamcast eine große Rolle spielen, es sind allerdings nicht mehr genug, um als “Markt” wahrgenommen zu werden. Und ich fürchte wirklich, dass der PC sich zwar langsam aber stetig in diese Richtung entwickeln wird. Wobei er sicherlich nie so ganz aus dem Spielerbewusstsein verschwinden wird, wenn auch nur als zusätzliches Spielzeug.
Nee, mit eigener Bedeutung und Verklärung hat das bei mir (glaube ich) wenig zu tun.
Ich habe nur einen völlig gegensätzlichen Eindruck. Redet man mal mit Leuten wie Ed McMcmillen oder so, dann merkst man recht schnell, dass der PC weder aus marktwirtschaftlicher, noch aus kulturell-relevanter Hinsicht wegzudenken ist. Super Meat Boy hat sich weitaus besser auf dem PC gemacht als auf XBox. Binding of Isaac wurde 450000 mal via Steam verkauft. Fraglich ist da natürlich, wie sehr es “der PC” als solcher daran “Schuld” ist, und was für eine große Rolle Steam und solche Sachen spielen.
Und ja, es gibt konsolenexklusive Titel (so viele sinds aber auch nicht mehr, jedenfalls nicht wenn man sehr spannende japanische Sachen mal ausnimmt).
Bei der Erstveröffentlichung bei den Konsolen geht aber es nur in zweiter Hinsicht um Marktwirschaft. Es geht da um Deals mit Microsoft und Sony, die die Konsolen attraktiver machen sollen. Sie sind ja auch attraktiv, das will ich gar nicht bestreiten. Ich mag meine Playstation. Es ist nur eine Geschäftstaktik, die nicht aufgeht.
Entwickler wie Zeboyd fristen trotz Exklusivdeals mit Microsoft auf XBLA ein Nischendasein, und feiern auf Steam krasse Erfolge. Und vllt macht es auch gar keinen Sinn, alle Spiele auf den PC zu porten, weil es teuer ist und viele Leute sowohl PC als auch Konsole haben. Schließt sich ja nicht aus.
Das Potential der Konsolen wird ja auch nur genutzt, weil wir seit Jahren auf einem (durchaus veralteten) Stand festhängen. Für mich hat jedenfalls das Potential des PC als Plattform wenig mit der grafischen Leistung zu tun. (Portal 2 läuft auf einer 7-Jahre alten Engine) sondern eher mit Entscheidungsfreiheit und (etwas) offenerer Distribution als auf Konsolen.
Sind auf jeden Fall gute und richtige Punkte, die du anführst, allerdings gibt es wie so oft eine Vielzahl von Faktoren, die da mit reinspielen. Insbesondere die Preispolitik von Steam im Vergleich zu den Konsolenäquivalenten. Super Meat Boy bekam man mehrfach zu nem absoluten Spottpreis über Steam, zuletzt beim Weihnachtssale und durch das Humble Bundle. Derlei Aktionen findet man im XBLA oder PSN-Store in dem Umfang nicht, zumal die Bezahloptionen der Konsolenstores auch vergleichsweise restriktiv wirken. Über Paypal schnell nen Euro überweisen ist eben nach wie vor komfortabler, als mit Kreditkarte oder aufzuladenden Punkten zu zahlen.
Letzten Endes ist der Markt vielleicht auch einfach zweigeteilt. Du hast ja jetzt hauptsächlich eher kleine Indie-Titel angeführt, wohingegen ich eher den Fokus auf den Massenmarkt gelegt habe. Portal 2 ist ja vom Aufbau her auch nach wie vor seinem Indie-Vorgänger im Geiste verbunden und benötigt tatsächlich keine grafischen Wunder, um seine Wirkung entfalten zu können. Wenn ich mich allerdings erinnere, wie praktisch halbjährlich um die Jahrtausendwende eine Grafikrevolution ausgerufen wurde. Dass heute eben eine 7 Jahre alte Grafikengine ausreicht und zumindest optisch weitgehend ein technischer Stillstand im Gamesbereich zu verzeichnen ist, liegt denke ich schon daran, dass sich die Gewichtung weg von einer evolutionsgelenkten Entwicklung hin zu einem zugänglicheren Retrodesign verlagert hat. Super Meat Boy, Cave Story, Sonic Generations, Rayman Origins…das sind alles optisch und spielmechanisch eigentlich absolute Oldschool-Titel und MW3 sieht eben aus und spielt sich wie das erste. Dieser Stillstand muss eigentlich über kurz oder lang dazu führen, dass der PC seine “Wow”-Momente verliert und damit seinen Appeal.
Aber gut, solange jeder auf seiner Lieblingsplattform die Titel bekommt, die ihm zusagen, spielt das vielleicht keine Rolle. Mir fehlten in den letzten Jahren leider viele Titel, wie die Souls-Reihe, diverse Sporttitel, Bayonetta…und PC-exklusives gibt es ja selbst von Blizzard in absehbarer Zeit nicht mehr. Dadurch musste ich zumindest seit Jahren nicht mehr in Hardware investieren, was ja auch was für sich hat.
Nir täts leid, wenn der PC nicht mehr als Spieleplattform diente. Ich spiel am liebsten mitTastatur und Maus – diese Gamepads sind nicht mein Ding. Und ich freue mich immer noch an neuen grafischen Gimmicks und renoviere dafür etwa alle zeri Jahre meine Hardware. Origin und Steam nehm ich gern in Kauf. Bin eh zu faul die games wieder zu verkaufen und spiel am liebsten Multiplayertitel, bei den man eh über Monatedabei ist…. ich hoffe sie lassen den PC nicht am ausgestreckten Arm verhungern.
Vor 3-4 Jahren hätte ich mir auch nicht vorstellen können, jemals komplett ohne Maus und Tastatur zu spielen. Und nach wie vor sind das essentielle Eingabegeräte insbesondere bei RTS-Games und für Shooter, wobei bei letzteren manch einer auch am Gamepad recht beeindruckende Leistungen zeigt. Aber gerade für wirklich kompetitives Spielen ist das Feintuning und Abstimmen der Hardware auf die eigenen Bedürfnisse eigentlich kaum wegzudenken, DotA, Starcraft und im Prinzip auch CS kann ich mir irgendwie nicht ansatzweise so präzise auf der Konsole vorstellen. Man darf ja letzten Endes auch nicht unterschätzen, welch befriedigendes Gefühl es für viele ist, wenn sie ihren frisch aufgemotzten PC das erste Mal in einem hardwarehungrigen Spiel spazieren führen. Dennoch scheint nur ein geringer Teil der Spielergemeinschaft bereit dazu, diesen zusätzlichen Aufwand zu betreiben. Es wird eh spannend, wie sich zum Beispiel auch Betriebssysteme in Zukunft entwickeln, da Windows 8 sich im Moment eher mobilen Touchscreen-Rechnern anzubiedern scheint und die klassischen Eingabegeräte zunehmend redundant wirken.
[...] verlangsamt hat. Zwischen 2008 und heute hat sich kaum etwas getan, was – begünstigt durch das Schrumpfen der PC-Spielerschaft – natürlich auch mit dem Lebenszyklus der aktuellen Konsolengeneration zusammenhängt, aber auch [...]